Ihr Sehen ist mir wichtig.

Was ist eine Diabetische Retinopathie?

Die krankhafte Veränderung kleiner Blutgefäße bei Diabetes kann zu irreversiblen Augenschäden führen, die das Sehvermögen gefährden.

Wenn bei Diabetespatienten bereits die kleinen Blutgefäße im Auge krankhaft verändert sind, wird die Netzhaut des Auges nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Darauf reagieren die über 100 Millionen Sehzellen sehr empfindlich. Langfristig kann die Unterversorgung der Netzhaut zu irreversiblen Schäden führen und das Sehvermögen gefährden. Ärzte sprechen dann von einer Retinopathie. 

Diabetische Retinopathie
Die Diabetische Retinopathie betrifft die Netzhaut (Retina). Im Anfangsstadium sind die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt, sodass das Gewebe nicht ausreichend versorgt wird. In diesem Stadium haben sich noch keine neuen Blutgefäße gebildet. 

Diabetische Makulopathie bzw. diabetisches Makulaödem
Wenn die Diabetische Retinopathie auf den Punkt des schärfsten Sehens (Makula) übergeht, spricht man von Diabetischer Makulopathie. Kommt es in diesem Bereich gleichzeitig zu Flüssigkeitsansammlungen und einer Verdickung der Netzhaut, bezeichnet man dies als Diabetisches Makulaödem (DMÖ).

Risikofaktoren 
Erhöhter Blutdruck
Hypertonie (erhöhter Blutdruck) kann mit Medikamenten, Sport und gesunder Ernährung therapiert bzw. positiv beeinflusst werden. Falls eine diabetische Nierenerkrankung (Nephropathie) vorliegt, sollte auch diese entsprechend behandelt werden. Hiermit kann eine eventuell nachfolgende Blutdruckerhöhung (renale Hypertonie) vermieden werden.

Erhöhte Blutfettwerte
Erhöhte Blutfettwerte verursachen keine Symptome, die für den Betroffenen sofort erkennbar sind. Durch eine entsprechende Änderung des Essverhaltens und/oder mit Medikamenten lassen sich erhöhte Blutfettwerte senken. Auch Bewegung und Sport tragen zu einer Verbesserung der Blutfettwerte bei. 

Rauchen – nein danke!
Auch wenn Sie es nicht mehr hören und lesen wollen: Rauchen schädigt die Gesundheit – dies gilt umso mehr für Diabetiker. Nikotin verengt die Gefäße zusätzlich, und die durch den Diabetes geschädigten Blutgefäße leiden noch mehr. Daher gilt gerade für Diabetiker: Verzichten Sie auf Zigaretten!

Therapien:
Lasertherapie
Der konzentrierte Laserstrahl verödet Gebiete, die unterversorgt sind, sowie unerwünschte neue Adern und verschließt undichte Blutgefäße. Die Wirkweise ist dabei noch nicht vollständig geklärt. Man nimmt z. B. an, dass Gewebe verödet werden, die schädliche Substanzen bilden. Der Arzt führt die Laserbehandlung in der Regel unter örtlicher Betäubung mit Augentropfen (Tropfanästhesie) durch. 

Injektionsbehandlung
Gerade wenn das Sehvermögen infolge eines Diabetischen Makulaödems beeinträchtigt ist, können spezielle Augeninjektionen mit VEGF-Hemmern eine Besserung bewirken. Diese werden vom Augenarzt unter örtlicher Betäubung direkt in den Glaskörper gespritzt – für die Patienten ist das in der Regel völlig schmerzfrei. Eine Veränderung der Sehschärfe lässt sich dann in der Augenarztpraxis anhand einer Sehschärfenbestimmung mit der Lesetafel gut überprüfen. Über Risiken und Nebenwirkungen einer Therapie mit VEGF-Hemmern klärt Sie Ihr Augenarzt gerne auf. 

Anzeichen einer fortschreitenden Diabetischen Retinopathie
Schreitet der Diabetes weiter fort, weil der Blutzuckerspiegel nicht gut genug eingestellt ist, können zusätzlich Blutungen im Bereich der Netzhaut eintreten. Die vom Patienten erkennbaren Anzeichen hierfür können individuell sehr unterschiedlich sein.

Meist fallen den betroffenen Diabetikern erst im fortgeschrittenen Stadium dunkle Flecken, rötliche Schleier im Gesichtsfeld oder ein unscharfes, verschwommenes Sehen auf. Durch Einblutungen kann die Netzhaut so stark beeinträchtigt werden, dass sie sich ablöst. Die Netzhautablösung macht sich zu Beginn durch „Lichtblitze“ und „Rußregen“ bemerkbar.